Historie der Osteopathie

Der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917) begründete vor über 120 Jahren die Osteopathie.

Er reagierte damit auf den Mangel an Kenntnissen der damaligen Schulmedizin. Machtlos hatte er als Arzt mitansehen müssen, wie seine erste Frau und vier seiner Kinder an Krankheiten starben. Deshalb suchte Still nach einem neuen Verständnis von Gesundheit, von Krankheit, vom menschlichen Körper und von dem, was Medizin sein sollte.

Seine grundlegenden Einsichten bilden bis heute das Fundament der osteopathischen Medizin: die Betrachtung des Organismus als Einheit, die Bedeutung der lebensnotwendigen Mobilität aller Gewebe im Körper, seine Fähigkeit zur Selbstregulierung und der enge Zusammenhang von Struktur und Funktion aller Teile.

Seit Stills Zeit hat sich die Osteopathie rasant weiter-entwickelt und ist um wesentliche Bereiche ergänzt worden.

In Deutschland praktizierten die ersten Osteopathen in den 80er Jahren. In Sachsen bzw im Vogtland seit Mitte der 90er Jahre. Ob in Adorf, Markneukirchen, Oelsnitz, Plauen, Auerbach, Ellefeld, Treuen, Falkenstein, Zwota, Klingenthal, Bergen, Muldenhammer usw., immer mehr Menschen profitieren von der Osteopathie.

Grundlagen der Osteopathie

Eine der wesentlichen Grundlagen der Osteopathie ist die lebensnotwendige Bewegung und Beweglichkeit der Gewebe des Organismus. Unser Körper stimmt alle lebensnotwendigen Funktionen in ständiger Wechselwirkung aufeinander ab.

Zu diesen Funktionen zählen:
der pulsierdende Blutstrom, die rhythmische Atembewegung, die unwillkürliche Arbeit aller Verdauungsorgane und nicht zuletzt die Bewegung der Muskulatur, der Gelenke und die Elastizität des verbindenden Gewebe.

Wird die Bewegungsmöglichkeit einzelner Körper- strukturen eingeschränkt, beeinflusst das deren Funktion und umgekehrt. Nicht immer signalisiert uns der Körper eine Funktionsstörung durch Schmerzen oder andere Beschwerden. Der Organismus ist sehr anpassungsfähig und kann manche Störungen und die damit einhergehenden veränderten Druck- und Spannungsverhältnisse ausgleichen indem sich die umliegenden Gewebestrukturen anpassen. Im Laufe von Monaten oder Jahren können sich so ganze Spannungsketten im Körper bilden, die sich z.B. in Form einer veränderten Körperhaltung zeigen.

So kann sich ein Störungsfeld verlagern und wirkt sich in andere Bereiche des Körpers aus. Ist die Ausgleichsfähigkeit des Körpers erschöpft, dann genügt schon ein geringer physischer oder auch psychischer Impuls, um möglicherweise starke Reaktionen hervorzurufen. Diese können jetzt auch an entfernten Körperstellen auftreten. So kann z.B. ein Luftzug, eine ungeschickte Bewegung, ein zu schweres Essen einen Hexenschuss hervorrufen, wobei dieser das Symptom, die Ursache aber ein früher umgeknicktes Fussgelenk sein kann.

Die Bedeutung der Osteopathie liegt hier im Auffinden und Behandeln des Hintergrundes der vordergründigen Beschwerden. Mit geschulten Händen kann der Osteopath Funktionsstörungen ertasten, die sich ihm in Form von Bewegungseinschränkungen zeigen. In der Behandlung löst der Osteopath diese Einschränkungen und hilft dem Körper die Funktionsstörungen zu beheben.